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Der Manchester Terrier, früher auch "Old English Terrier" oder "Black and Tan Terrier" genannt, hat seinen Ursprung in Grossbritannien. Im Volksmund wurde er auch oft als "Rat Terrier" bezeichnet, da er häufig in den "Rat-Pits" (einem mit Holzwänden eingefassten Platz) eingesetzt wurde. Darin wurde der Manchester Terrier auf die Ratten losgelassen, welche er nacheinander mit nur einem Biss zu töten hatte. Diese Kämpfe mögen auch der Grund dafür gewesen sein, dass man den Manchester Terriern früher die Ohren kupierte (damit sich keine Ratten darin verbeissen konnten). Hauptsächlich wurde der Manchester Terrier aber in den Docks der  Hafenstädte Liverpool und Manchester zur Rattenjagd verwendet, da dort, wie zu dieser Zeit in allen Hafengebieten, die Ratten überhand nahmen.

Ebenso wurden die Ladeflächen der Schiffe, welche die Häfen anliefen, durch die Manchester Terrier von Ratten "gereinigt". Intelligent, flink und unerschrocken waren die "Rattenbeisser" bestens dafür geeignet.

Anfänglich wurden relativ grosse Hunde gezüchtet (etwa 8,5-12kg). Um dann aber wendigere und schnellere Tiere zu erhalten, sollen schon im 15. Jahrhundert Kreuzungen mit kleinen Windhunden stattgefunden haben. Hiervon existieren aber keine genauen Angaben. Anfang des 19.Jahrhunderts sollen dann ein schwarzer Whippet, ein Staffordshire Bull Terrier und auch ein kleiner Greyhound das Ihrige zum heutigen Typ beigesteuert haben.

 

Mit seinem kurzen, glänzenden Fell und seinen dunklen Mandelaugen erfreute sich der Manchester Terrier immer grösserer Beliebtheit, bis gegen Ende des 19.Jahrhunderts das Englische Parlament, hauptsächlich auf Betreiben des Prince of Wales, des späteren Königs Edward VII., das Ohrenkupieren für illegal erklärte. Die Rasse verlor schlagartig viele ihrer Anhänger, da sich das Bild des spitzohrigen, kupierten Hundes derart fest in ihren Köpfen verankert hatte, dass sie sich den Manchester Terrier mit hängenden Ohren nicht mehr vorstellen konnten. Mit dem Kupierverbot traten dann auch genetisch bedingte Ohrformen zutage, welche überhaupt nicht einheitlich waren.

Seitlich abstehend, hängend, gross, klein, nach vorne kippend, alles war vertreten und die Hundefreunde wandten sich nach und nach anderen Rassen zu. Während der beiden Weltkriege geriet der Manchester Terrier noch mehr in Vergessenheit und die Rasse war bald dem Aussterben nahe.

So waren in England nach dem zweiten Weltkrieg nur noch gerade 11 eingetragene Hunde mit Abstammungsnachweis vorhanden.

Dank einigen Liebhabern aus England und Amerika erholte sich die Rasse aber langsam wieder und 1937 wurde dann der British Manchester Terrier Club gegründet.

 

Nach Deutschland kam der Manchester Terrier um die Jahrhundertwende. Der Bestand ging aber auch hier im zweiten Weltkrieg und danach stark zurück. 1971 kamen dann einige Importe aus England nach Deutschland und die Zahl der eingetragenen Hunde begann langsam wieder anzusteigen.

 

In der Schweiz wurde 1926 der erste Wurf mit 4 Welpen (damals noch als Black and Tan Terrier) ins SHSB eingetragen. Von da an wurden regelmässig   2-3 Würfe pro Jahr gezüchtet. Aber auch hier nahm die Zahl der Eintragungen nach dem zweiten Weltkrieg wieder bedenklich ab.